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Mit dem E-Bike auf dem Selztalradweg

Was schenkt man einer lieben Freundin zum Geburtstag? Na zum Beispiel Zeit! Ferienzeit - und die haben wir - eine Truppe von 6 Personen mit einer E-Biketour auf dem Selztalradweg gefüllt. Geweckt hat uns zunächst mal - REGEN. Na aber es gibt ja kein schlechtes Wetter - sondern nur schlechte Kleidung und davon lässt man sich ja nicht die Laune vermiesen. Also auf zum Bahnhof Flörsheim-Dalsheim, die Räder in den Zug gepackt und schon geht's dahin. In Alzey - REGEN! Also erst mal unter dem Dach abwarten. 5 Minuten später erstes fahles gelbes Licht zu sehen. Auf geht's in die Stadt zu einer kleinen Besichtigungstour mit kuriosem und Wissenswertem zum Schloss und über den Rossmarkt zur Tourist Information. In der TI scharrten schon drei weitere Rheinhessen Pedelecs mit den Hufen und eine supernette Begrüßung wartete auf uns. Nach einer kleinen Einweisung für alle Pedelec-Neulinge ab Richtung Gau-Odernheim vorbei am Petersberg - die Sonne haben wir dort, da ja nicht Ostern ist, zwar nicht hüpfen sehen aber mittlerweile fuhren wir in strahlendem Sonnenlicht entspannt und schwungvoll entlang der Selz im Eco-Modus dahin.

In Gau-Odernheim wartete ein optischer und ein kulinarischer Leckerbissen - das Stadtschreiberhaus und die beste Fleischwurst Rheinhessens. So ergänzte sich unser Proviant zum rheinhessischen WWW (Weck, Worscht und Woi (in unserem Fall Wasser und Traubensecco - ganz lecker und radfahrgeeignet ohne Alkohol). Alles in den praktischen Körbchen der Rheinhessenbikes verstaut und weiter. Nächster Halt bei "Majorahn". Durch Hahnheim hindurch gelangt man gleich links zum idyllischen Wahlheimer Hof - 1277 durch das Zisterzienserkloster Eberbach errichtet heute u.a. die Heimat von Frau Anne Rahn und Ihrer Familie. Im wunderbaren Garten durften wir das "schärfste Kraut" probieren, quicklebendige faule Eier beobachten, Interessantes botanisches erfahren und bei unserem WWW + Spundekäs und frisch gepflückten Äpfeln die Seele unter dem wunderbaren alten Obstbaumbestand baumeln lassen. Mit frisch gebrühtem Kaffee und einem hervorragenden Kräutertee aus eigenem Anbau zur Ergänzung machte uns Fr. Rahn unglaublich glücklich. Aber - keep on rolling! Unser Entdeckerdrang führte dann zum Verlassen dieses Paradieses, da ja noch mehr Highlights auf uns warteten. Landschaftlich reizvoll am renaturierten Selzabschnitt entlang gab´s noch Sagenhaftes in Sörgenloch nahe der "Helje Wies" mit den Worten „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich finden lassen“ auf der Stele von Künstler Stefan Ackermann und kunstvoll war es dann auch in Nieder-Olm beim "Bretzelfresser". Uns lockte statt Brezel noch ein leckeres Eis "uff die Hand" und schon radelten wir weiter. Lustig war es auf unserem Weg im Zickzack durch Stadecken-Elsheim - an einem Abzweig ohne Beschilderung wollten wir weiter geradeaus -aber ein nettes älteres Pärchen auf einer Bank rief uns an und schickte uns auf den richtigen Weg - nicht ohne eine kurze Betrachtung zu der "Jugend" die wohl im Überschwang während der Kerb die Schilder manipuliert hätten - "Wer weiß obs wahr ist...." könnte auch für unseren nächsten "Schlenker" gelten - dem Halt am "Elftausend Mägde Turm". Nach so viel sagenhaftem Rheinhessen noch eine rheinhessische Superlative - der größte Marktplatz in Schwabenheim mit seinem "Paulchen". Der kleine Nackedei spendete uns an seinem Brunnen Erfrischung, Interessantes über seine Entstehung und einen kulinarischen Hinweis für alle Schokomäulchen - die können sich nämlich immer Donnerstags von 16.00 bis 18.00 Uhr mit Köstlichkeiten aus Ninas Pralinenmanufaktur ein decken. Da unser WWW auch schon wieder "verradelt" war lockte uns am späten Nachmittag die Aussicht auf ein leckeres Abendessen. Zuvor aber noch ein kurzes Stück per Rad bis nach Ober-Ingelheim. Im Weingut Stritter gaben wir zunächst unsere tapferen Rösser ab um dann  wieder auf Schusters Rappen zur Burgkirche zu wandern. Ein kühler Rundgang in der wunderbaren Kirche, auf dem Friedhof machten wir noch "Dem Freunde - sein Volk" eine kurze Aufwartung und staunten über ein knusperndes Geheimnis bevor unsere knurrenden Mägen, trockenen Kehlen und müden Knochen in Wasems Kloster Engelthal himmlische Aufnahme fanden. Lecker war es und nach einem wunderbar lauen Spätsommerabend im Innenhof brachte uns "Bus-Gabi" wieder sicher nach Hause. Gute Nacht aus Rheinhessen - Das war ein perfekter Tag! Eure Beate